NRW kürzt Strompreiserhöhung um fast zwei Drittel
Mit einer deutlichen Kürzung in Höhe von 63,2 Prozent gegenüber dem Ursprungsantrag hat das Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen die Stromtarife der E.ON Westfalen Weser AG genehmigt.
Das Energieversorgungsunternehmen wollte zum 1. September 2006 und zum 1. Januar 2007 die Tarife für Haushaltskunden und kleinere Gewerbebetriebe um insgesamt 2,50 Cent pro Kilowattstunde (netto, ohne Mehrwertsteuer) erhöhen. Die E.ON Westfalen Weser AG versorgt 573.000 Tarifkunden in Nordrhein-Westfalen und im angrenzenden Niedersachsen.
Genehmigt wurde eine Anhebung des Stromtarifs um 0,92 Cent pro Kilowattstunde. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden bedeute dies eine Erhöhung um 32,20 Euro (netto), so das Wirtschaftsministerium.
Vorausgegangen war ein Verfahren, das sich über Monate hinzog. Die Prüfer im Wirtschaftsministerium mussten dabei in erheblichem Umfang Unterlagen nachfordern, um die Beschaffungskosten, die Frage der wirtschaftlichen Betriebsführung und die Konzernsituation der E.ON Westfalen Weser AG insgesamt solide bewerten zu können.
Im Laufe der Prüfung wurde der Ursprungsantrag aufgrund der von der Bonner Bundesnetzagentur reduzierten Netznutzungsentgelte auf 1,49 Cent pro Kilowattstunde herabgesetzt. Die weiteren Kürzungen auf 0,92 Cent pro Kilowattstunde erfolgten durch das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium. Mit diesem Betrag liege E.ON Westfalen Weser im Mittelfeld der bisher genehmigten Tarife, so das Ministerium.
'Auch in diesem Fall haben wir mit Blick auf die berechtigten Interessen der Verbraucher die uns vorgelegten Unterlagen konsequent und außerordentlich restriktiv geprüft', erklärte Wirtschaftsministerin Christa Thoben heut zur Tarifgenehmigung für das Paderborner Unternehmen. Die Wirtschaftsministerin forderte die Stromkunden in NRW erneut auf, zur Stärkung des Wettbewerbs auf dem Strommarkt den für sie günstigsten Anbieter zu wählen.