AKW-Aus führt nicht zu höherem CO2-Ausstoß
Trotz guter wirtschaftlicher Entwicklungen und der Abschaltung von acht Atomkraftwerken sind die CO2-Emissionen in Deutschland wieder gesunken. Im Vergleich von 2010 zu 2011 ist der Ausstoß um zwei Prozent zurückgegangen, wie das Umweltbundesamt (UBA) am Donnerstag mitteilte. Wie ist zu erklären, dass nach der AKW-Abschaltung die Emissionen nicht zugenommen haben?
Berlin (dapd/red) - Im Vergleich zu 1990 ging der Ausstoß klimaschädlicher Gase um 26,5 Prozent zurück. Damit ist Deutschland weiter auf einem guten Weg, das Kyoto-Protokoll zu erfüllen, wonach die Emissionen bis 2012 um 21 Prozent sinken sollen.
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Hans-Joachim Ziesing, hatte zuletzt Bedenken hinsichtlich des weitergehenden Ziels, bis 2020 40 Prozent Treibhausgase einzusparen, angemeldet. Er verwies darauf, dass die Emissionen im vergangenen Jahr vor allem aufgrund der milden Witterung gesunken seien. Die Bundesregierung hatte Ziesing damit beauftragt, die Fortschritte bei der Energiewende zu überwachen.
Ausstoß von CO2 und Methan geht zurück
Der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, räumte ein, dass die Zahlen nicht um Effekte wie die wirtschaftliche Entwicklung oder die Witterung bereinigt seien. So sei der Rückgang des Kohlendioxidausstoßes im Wesentlichen auf den geringeren Bedarf an Heizenergie zurückzuführen. Neben den milden Temperaturen habe aber auch der wachsende Anteil von erneuerbarem Strom zu niedrigeren Emissionen geführt, ebenso der geringere Stromexport. "Vor dem Hintergrund der begonnenen Energiewende und des geringeren Stromanteils aus Kernkraftwerken stellen die Emissionszahlen einen Erfolg dar", betonte Flasbarth.
Maßnahmen zur Energieeffizienz angemahnt
Dennoch verlangte er weitere Anstrengungen. "Um das nationale Klimaschutzziel einer 40-prozentigen Minderung zu erreichen, dürfen die Anstrengungen nicht nachlassen", betonte Flasbarth. Dazu zählten vor allem verstärkte Maßnahmen zur Energieeffizienz und energetischen Gebäudesanierung. Flasbarth sprach sich zudem dafür aus, die Menge an CO2-Zertifikaten im europäischen Emissionshandelssystem zu begrenzen. Hierfür müsse das europäische Klimaziel verschärft werden. Seit Jahren wird auf europäischer Ebene darüber verhandelt, ob die EU ihr Ziel, die Treibhausgase bis 2020 um 20 Prozent zu drosseln, auf 30 Prozent verschärft werden soll.
In Deutschland wurden 2011 insgesamt etwa 917 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Insbesondere die Emissionen von Kohlendioxid und Methan gingen erneut zurück. Dagegen blieb der Anteil fluorierter Gase - sogenannter F-Gase - weitgehend konstant, der von Lachgas nahm zu, unter anderem durch einen stärkeren Düngemittelabsatz.
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