Bei E.on scheint es wieder aufwärts zu gehen
Günstigere Gasverträge und Zuwächse auf dem russischen Strommarkt haben dem Energiekonzern E.on zum Jahresauftakt ein deutliches Plus bei Umsatz und nachhaltigem Ergebnis beschert. Konzernchef Teyssen jedoch warnt vor voreiligem Optimismus. E.on bekräftigte zudem seine Prognose für das Gesamtjahr.
Düsseldorf (dapd/red) - Konzernchef Johannes Teyssen betonte in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an die Aktionäre: "Wir haben die Talsohle des letzten, unter anderem durch die vorzeitige Abschaltung unserer Kernkraftwerke außergewöhnlich belasteten Geschäftsjahres klar hinter uns gelassen."
Gasverträge wurden nachgebessert
Der Umsatz des größten deutschen Energieversorgers stieg im ersten Quartal um 28 Prozent auf 35,7 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte nachhaltige Konzernüberschuss erhöhte sich um 27 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Positiv auf das Ergebnis wirkte sich vor allem die erfolgreiche Nachverhandlung großer Teile der langfristigen Gaslieferverträge aus.
Rund zwei Drittel der zuletzt wegen der hohen garantierten Abnahmepreise verlustträchtigen Gasverträge seien inzwischen nachgebessert worden, sagte Teyssen. Dies verbessere das Ergebnis des Konzerns um rund 340 Millionen Euro. Dank neu in Betrieb genommener Kraftwerkskapazitäten erhöhte sich das Ergebnis in Russland um 30 Prozent auf rund 200 Millionen Euro.
E.on-Chef Teyssen
(Foto / Abb.: E.ON Energie AG)
Der Konzernüberschuss der E.on-Gesellschafter verringerte sich allerdings um 24 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Das Vorjahresergebnis sei hier durch sehr hohe Buchgewinne aus dem Verkauf des britischen Stromverteilnetzes und eine hohe Bewertung von Derivaten geprägt gewesen, hieß es im Unternehmen.
Teyssen warnt vor zu großem Optimismus
Konzernchef Teyssen warnte allerdings, die positive Entwicklung des ersten Quartals dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass das energie- und gesamtwirtschaftliche Umfeld schwierig bleibe. "Unser Geschäft wird weiterhin und auf absehbare Zeit geprägt von schwacher Energienachfrage, hohem Wettbewerbsdruck, vor allem im Gashandel, und teilweise erratischen Eingriffen der Politik in das Marktgeschehen", erklärte der Manager.
Die Gasnachfrage in Europa liege derzeit auf dem Niveau von 2001, die Stromnachfrage in etwa auf dem Niveau von 2004, schrieb Teyssen. Dies senke Auslastung, Preise und Margen der E.on-Erzeugungsaktivitäten. Der Konzern werde deshalb wenn nötig auch die Schließung von Kraftwerksstandorten prüfen.
Atomausstieg belastet den Konzern
Die niedrigeren Preise in den europäischen Stromerzeugungsmärkten und die fehlenden Erzeugungsmengen aus den stillgelegten deutschen Kernkraftwerken belasteten das Ergebnis nach Konzernangaben allein im ersten Quartal mit rund 250 Millionen Euro.
Fürs Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem nachhaltigen Konzernüberschuss zwischen 2,3 und 2,7 Milliarden Euro und für 2013 mit einer Steigerung auf 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro.
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