Ungarischer Investor steigt bei Nabucco aus
Der ungarische Ölkonzern MOL hat seinen Ausstieg aus der europäischen Gaspipeline Nabucco bestätigt. Das Unternehmen wolle seine Anteile an dem Projekt verkaufen, sagte MOL-Chef Zsolt Hernadi am Donnerstag in Budapest. Die Entscheidung sei wegen ernsthafter Zweifel an dem Vorhaben gefallen.
Budapest (afp/red) - Insbesondere Unsicherheiten über verfügbare Gasvorräte seien für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen, sagte Hernadi. MOL investierte in das Nabucco-Projekt bislang etwa 20 Millionen Euro.
Ursprüngliche Nabucco-Pläne vor dem Aus?
(Foto / Abb.: Nabucco Gas Pipeline International GmbH)
Das Nabucco-Konsortium hatte am Mittwoch schwerwiegende Probleme mit dem von der Europäischen Union unterstützten Großprojekt, das Erdgas über rund 3900 Kilometer aus dem Kaspischen Raum und dem Nahen Osten nach Mitteleuropa bringen soll, bestätigt. Mit der Röhre soll insbesondere die Abhängigkeit vom russischen Gas vermindert werden.
Ursprünglich sollte Nabucco von der Ostgrenze der Türkei aus Gas bis nach Österreich bringen. Inzwischen wird aber über eine kürzere Alternative von der bulgarisch-türkischen Grenze bis nach Österreich nachgedacht. Dem Konsortium gehören neben MOL das österreichische Unternehmen OMV, der deutsche RWE-Konzern, sowie Partner aus Bulgarien, der Türkei und Rumänien an.
Feste Lieferzusagen sind nötig
Entscheidend für die Zukunft dürfte sein, ob Nabucco sich feste Lieferzusagen für Gas aus Aserbaidschan sichern kann. Das Konsortium bemüht sich um den Zuschlag für das aserbaidschanische Gasfeld Shah Deniz II. Nach EU-Angaben sind bestimmte Konkurrenten hier bereits aus dem Rennen, das Nabucco-Konsortium hat aber noch weitere Mitbewerber um Lieferverträge.
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