Gasförderung – An welchen Standorten wird in Deutschland gefördert?
Der Großteil des deutschen Gasbedarfs wird über Importe aus dem Ausland gedeckt. Aber auch die Bundesrepublik verfügt in Norddeutschland über eigene Gasvorkommen. Das erdgasreichste Bundesland ist Niedersachsen. Allerdings ist die Gasförderung in Deutschland schwierig, da sich das Erdgas 3000 bis 5000 Meter tief unter der Erde befindet.
Gasförderung durch ExxonMobil
Das amerikanische Unternehmen ExxonMobil deckt circa drei Viertel der deutschen Gasförderung ab. Der Konzern fördert überwiegend in Niedersachsen: Seine Fördergebiete befinden sich im Landkreis Rotenburg/Wümme (Söhlingen), im Kreis Nienburg/Weser (Flecken Steyerberg) sowie im Landkreis Oldenburg (Hengstlage). Außerdem führt ExxonMobil Probebohrungen im Emsland durch. Weitere Probebohrungen im Münsterland (Nordrhein-Westfalen) sind in Planung.
Gasförderung in Deutschland: Auch hierzulande gibt es einige Gasvorkommen, überwiegend in Norddeutschland.
(Foto / Abb.: Jim Parkin / Fotolia.com)
Gasförderung durch RWE Dea
Auch die RWE Dea AG fördert Erdgas in Niedersachsen. Die Gasförderung erfolgt in dem Gebiet zwischen Elbe und Weser, das circa 80 Kilometer umfasst. In diesem Bereich befinden sich die Erdgasfelder Hemsbünde, Bötersen und Völkersen, welche zu den produktionsstärksten in Deutschland zählen. Die RWE Dea AG hat ihren Firmensitz in Hamburg und ist als Explorations- und Produktionsgesellschaft für Erdgas und Erdöl international tätig.
Fracking: Gasförderung aus schwer erreichbaren Stellen
Hydraulic Fracturing, kurz Fracking genannt, wird für die Gasförderung eingesetzt, wenn sich das Erdgas an schwer erreichbaren Stellen tief unter der Erde befindet. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von Gasförderung aus unkonventionellen Lagerstätten. Beim Fracking wird während der Bohrung unter sehr hohem Druck ein Wasser-Sand-Chemie-Gemisch in die Erde gepresst. Im Gestein entstehen Risse, durch welche das Gas entweichen kann. Das Fracking ist als Fördermethode äußerst umstritten. Bürger und Umweltschützer befürchten vor allem eine Verseuchung des Grundwassers.
Gasförderung in der Nordsee und aus kleineren Lagerstätten
Die Wintershall Holding AG, eine Tochtergesellschaft des Chemiekonzerns BASF, betreibt die einzige deutsche Offshore-Gasförderplattform A6-A in der Nordsee. Diese liegt am Rand des Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebietes Doggerbank, ungefähr 300 Kilometer nordwestlich der Elbmündung. Gearbeitet wird in 48 Meter Wassertiefe. Daneben gibt es kleinere Lagerstätten im bayerischen Alpenvorland, im Oberrheintal, im Thüringer Becken und in Sachsen-Anhalt. Deren Anteil an der Gasförderung ist jedoch relativ gering.