RWE will AKW Biblis abreißen lassen
Der Energiekonzern RWE will das stillgelegte Atomkraftwerk Biblis abreißen lassen. Ein direkter Abbau der Anlage sei einem sicheren Einschluss vorzuziehen, teilte der Betreiber am Freitag mit. Ein Antrag zum Abbau werde in der zweiten Jahreshälfte bei der hessischen Genehmigungsbehörde eingereicht.
Biblis (dapd/red) - Eine abschließende Entscheidung über die tatsächliche Stilllegung könne es allerdings erst nach der Genehmigung geben, die "mehrere Jahre" in Anspruch nehmen werde. Unabhängig von dem Antrag will RWE aber weiterhin die Rechtmäßigkeit der gesetzlich angeordneten Stilllegung des Atomkraftwerks prüfen lassen.
Genehmigung werde Jahre dauern
Die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) wertete die Ankündigung von RWE als "wichtiges Signal". RWE dürfe den Rückbau nicht auf die lange Bank schieben. Allerdings geht auch das Ministerium davon aus, dass allein das Genehmigungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Erörterungstermin mehrere Jahre dauern werde.
Blick auf Biblis
(Foto / Abb.: www.rwe.com)Für den Abbau müsse die Anlage zudem frei von Kernbrennstoffen sein. Die derzeit noch in Block A lagernden Brennelemente sollen bis 2014, die in Block B lagernden bis 2016 in Castorbehälter umgeladen und in ein Standortzwischenlager transportiert werden. Die Abbauarbeiten selbst werden nach Einschätzung des Ministeriums "mindestens 10 bis 15 Jahre" dauern.
Auch die Opposition stimmt zu
Die hessische Grünen-Fraktion zeigte sich "erleichtert", dass Biblis zurückgebaut und nicht für Jahrzehnte eingeschlossen werden soll. "In Hessen ist das Atomzeitalter damit endlich und endgültig beendet", freute sich Grünen-Chef Tarek Al-Wazir.
Auch die SPD begrüßte die Entscheidung von RWE. Es sei die beste Lösung für Arbeitnehmer und Umwelt, sagte der atompolitische SPD-Sprecher Schmitt. Beim Abbau würden Arbeitskräfte, die die Anlage gut kennen, weiter benötigt.
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