szmtag

Schleswig-Holstein will Windkraft-Land Nummer zwei werden

In Schleswig-Holstein sind im vergangenen Jahr 212 Megawatt neuer Windkraft-Leistung ans Netz gegangen. Das entspricht einem Zuwachs um knapp neun Prozent gegenüber 2008. Die Holsteiner wollen aber mehr - ein wichtiges Hemmnis soll bald gestrichen werden.

Kiel (ddp/red) - "Der Inlandsmarkt zieht wieder an, trotz Finanzkrise", sagte der Präsident des Bundesverbands WindEnergie (BWE), Hermann Albers, am Donnerstag in Kiel. 2008 hatte der Anstieg bei 83 Megawatt gelegen.

Ende 2009 drehten sich im nördlichsten Bundesland insgesamt 2593 Rotoren mit einer Gesamtleistung von 2717 Megawatt. Rechnerisch deckt Schleswig-Holstein damit knapp 40 Prozent seines Strombedarfs.

In Schleswig-Holstein wurden im vergangenen Jahr 104 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 237 Megawatt aufgestellt. Im Zuge der Erneuerung alter Anlagen durch leistungsfähigere wurden 78 alte Windräder mit einer Gesamtleistung von 25 Megawatt stillgelegt. Bis 2020 seien im Land insgesamt 5000 Megawatt Onshore-Leistung möglich, sagte Albers. Prognosen zufolge könnten rechnerisch 108 Prozent des Netto-Strombedarfs mit Windkraft produziert werden. Damit wäre es möglich, Hamburg Ökostrom zu liefern.

Derzeit darf in Schleswig-Holstein nur ein Prozent der Landesfläche für die Windkraft ausgewiesen werden. Wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums auf ddp-Anfrage sagte, soll diese Begrenzung gestrichen werden. Bis 2020 werde dadurch ein Anstieg der ausgewiesenen Windkraft-Flächen auf 1,3 Prozent erwartet.

Im Vergleich der Bundesländer liegt Schleswig-Holstein derzeit sowohl beim Zubau als auch beim Ausbauzustand auf dem vierten Platz. Ziel müsse es sein, auf Platz zwei hinter Niedersachsen vorzurücken, sagte Albers. Der BWE-Präsident ist zugleich Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein.

22.02.2010 | © Stromseite.de

Diesen Artikel empfehlen

Der Newsletter von Stromseite.de