Stromversorger erhöhen voraussichtlich ihre Preise
Wie das Verbraucherportal Verivox ermittelte, werden die Stromversorger in den kommenden Monaten die Preise um rund 3,5 Prozent erhöhen. Für diesen Preisanstieg sind in erster Linie die Netznutzungsentgelte verantwortlich, die 2012 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich fünf Prozent gestiegen sind.
Heidelberg (red) - Das unabhängige Verbraucherportal Verivox hat ermittelt, dass in den kommenden Monaten weitere Stromversorger die Preise um rund 3,5 Prozent erhöhen werden. Für einen Musterhaushalt bedeutet dies eine jährliche Mehrbelastung von rund 36 Euro. Die Gründe dafür sind neben den Beschaffungspreisen vor allem die angestiegenen Netznutzungsentgelte, die noch nicht von allen Anbietern berücksichtigt werden.
(Foto / Abb.: Fotolia.com)
Netznutzungsentgelte treiben Strompreise in die Höhe
Die Netznutzungsentgelte sind im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich fünf Prozent angestiegen. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden bezahlte im Jahr 2011 rund 225 Euro (netto) Netzgebühren, im Jahr 2012 ist dieser Wert auf 237 Euro angestiegen.
Die meisten Stromversorger haben auf diese Erhöhung noch nicht reagiert, weil die Höhe einer zusätzlichen neuen Netzentgeltumlage, mit der stromintensive Gewerbe gefördert werden, erst im Dezember 2011 auf 0,151 Cent/Kilowattstunde festgelegt wurde.
"Die Netzentgelte für 2012 mussten zwar bereits im vergangenen Oktober veröffentlicht werden, doch handelte es sich dabei um vorläufige Werte, die erst zum Januar 2012 verbindlich wurden. Daher haben viele Versorger abgewartet", erklärt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.
Weitere Preissteigerungen werden folgen
Für das Jahr 2012 haben bisher 245 Grundversorger Preissteigerungen von durchschnittlich 3,5 Prozent angekündigt. Für einen Musterhaushalt bedeutet dies eine jährliche Mehrbelastung von rund 30 Euro.
Von den 854 Grundversorgern haben 609 die Preise noch nicht erhöht. Angesichts der gestiegenen Netzentgelte sind weitere Preiserhöhungen in den kommenden Monaten zu erwarten.
"Wir gehen von weiteren Preissteigerungen aus, die zwischen drei und vier Prozent liegen werden", sagt Peter Reese. "Diese werden einen Großteil der Verbraucher betreffen, da drei der vier größten Energieversorger in Deutschland ihre Preise bisher nicht geändert haben."
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