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Stromanbieter insolvent: Kunden müssen sich keine Sorgen machen

Theoretisch kann auch ein Stromanbieter insolvent gehen, denn schließlich sind Stromlieferanten ganz normale Unternehmen. Doch was passiert, wenn ein Stromanbieter insolvent ist, stehen dessen Kunden dann mangels Strom im Dunklen?

Weil sich viele Stromanbieter hinsichtlich ihrer Strompreise ständig unterbieten, sind einige Experten der Meinung, dass einige Billig-Anbieter möglicherweise nicht mehr rentabel wirtschaften. Im Falle von Teldafax war es offenbar wirklich so; der Versorger war der erste Stromanbieter seit sehr langer Zeit, der in die Insolvenz gegangen ist. Es wird vermutet, dass das System der Vorauskasse-Tarife mitschuldig an der Situation war. Verbraucherschützer empfehlen, sich den Anbieter seiner Wahl sehr genau anzuschauen, falls man wirklich einen Tarif mit Vorkasse wählen will. Denn dieser vorausgezahlte Betrag wäre futsch, sollte der Stromanbieter insolvent gehen.

Stromanbieter insolvent: Grundversorger muss einspringen

Um die Versorgung mit Strom muss sich indes niemand Sorgen machen. Der Gesetzgeber hat anlässlich der Liberalisierung des Strommarktes eine Regelung für betroffene Kunden getroffen. Ist ein Stromanbieter insolvent, dann muss zunächst der örtliche Grundversorger die Stromlieferung übernehmen. Allerdings stuft dieser den Kunden mit großer Wahrscheinlichkeit in einen Grundversorgungstarif ein. Dieser ist meistens wesentlich teurer als andere Stromtarife. Doch in diesem Tarif ist man nicht langfristig gebunden, sondern kann sich umgehend einen neuen, günstigeren Anbieter suchen. Fast immer ist ein Stromanbieterwechsel sogar schon zum Monatsende möglich.

Stromkosten Geht ein Stromanbieter insolvent, werden die Kunden weiterhin mit Strom versorgt. Man muss also keine Angst haben, plötzlich im Dunkeln zu stehen. (Foto / Abb.: gourmecana / Fotolia.com)

Anders sieht es aus, wenn der insolvente Stromanbieter von einem Mitbewerber oder Investor aufgekauft wird. Dann müssen die Altverträge erst einmal übernommen werden, sprich man kann den Strom zum gewohnten Preis beziehen. Sollte es nach der Übernahme kurzfristige Vertragsänderung seitens des neuen Unternehmens geben, muss dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht gewährt werden. Dann hat man die Möglichkeit, den alten Vertrag zu kündigen und zu einem neuen Stromanbieter zu wechseln.

Stromanbieter insolvent: Vorauszahlungen gehen meistens verloren

Ist ein Stromanbieter insolvent, hat der Kunde dann das Nachsehen, wenn er eine Vorauszahlung geleistet hat. Denn dann müssen zunächst die großen Gläubiger abgefunden werden. Das Haftungskapital ist in aller Regel nicht hoch genug, um im Anschluss den Kunden die geleisteten Vorauszahlungen zurückzuzahlen. Auf Vorkasse-Beträgen bleibt man also höchstwahrscheinlich sitzen. Von vorneherein sollte man auf die Rückzahlung aber nicht verzichten. Ist der Stromlieferant insolvent, am besten gleich die eigenen Zahlungsforderungen beim Insolvenzverwalter des Unternehmens anmelden, denn nur so hat man eine Chance, überhaupt etwas wiederzubekommen. Das gilt auch für die ehemaligen Teldafax-Kunden.

Ob man sich bei einem Stromanbieterwechsel auf einen Tarif mit Vorauszahlungen einlässt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Argument dagegen kann eben sein, dass man sein Geld nicht wieder sieht, sollte doch einmal ein Stromanbieter insolvent gehen. Doch deswegen muss niemand einen Anbieterwechel scheuen, denn zahlreiche Stromversorger haben auch günstige Tarife mit monatlichen Abschlagszahlungen im Angebot, so dass man hier kein Risiko eingehen muss. In unserem Stromvergleich können Sie die Optionen Vorkasse und Kaution einfach deaktivieren.